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Kleine Tiere-große Ängste

Heute beim Frühstück hatten wir eine interessante Diskussion: woher kommen eigentlich unsere Ängste. In unserem Fall die Angst vor Spinnen bei meinem Mann und meinem Sohn und bei mir die Angst vor Mäusen. Werden diese Ängste von Generation zu Generation weitergegeben und wie lässt sich das Muster durchbrechen. Beim Erzählen ist mir aufgegangen, dass ich als Kind eigentlich vor fast allen Tieren Angst hatte, außer vor Katzen. Das hat mir das Leben auf dem Dorf nicht gerade vereinfacht und ich finde es im Nachhinein sehr bedauerlich, dass mir durch Irgendetwas der Zugang zur Tierwelt so versperrt worden ist. Heute bin ich zumindest in der Lage, halbwegs erwachsen auf Tierbegegnungen zu reagieren, ich muss nicht mehr in Panik weit weglaufen, wenn mir eine Maus begegnet, was glücklicherweise auch nur äußerst selten vorkommt. Vögel hingegen waren durch ihre schnelle Art der Fortbewegung nie Bedrohung für mich, durch ihre Unerreichbarkeit und trotz Größe Ungefährlichkeit für mich, fühlte ich mich immer zu den Kranichen, Störchen und Adlern hingezogen. Vielleicht ließe sich der Ursprung der Angst tiefenpsychologisch herausfinden, aber davor steht dann doch eine noch größere Angst, nämlich die, den Sumpf meiner Kindheit noch deutlicher sichtbar werden zu lassen. Und um meiner hart erkämpften seelischen Gesundheit Willen möchte ich mich dann doch lieber auch weiterhin vor Mäusen fürchten und nicht das Gruseln gelehrt bekommen, angesichts dessen, was mir im Hades meiner Kinderjahre noch so begegnen könnte.