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Ich bin mir nicht sicher

Ein frühlingshaftes Wochenende war´s, wir haben Blätter geharkt, Maulwurfshügel entfernt, die Gartenmöbel nach draußen gestellt und kaffeetrinkend die ersten Farbflecke angestaunt, während über uns der Reiseverkehr der Gänse Aufmerksamkeit erheischend und doch sehr geordnet abzog. Das Klavier, welches wir in der Zeitung inseriert haben, ist verkauft worden, was bedeutet, dass es keine fremden Leute mehr zu Besuch geben wird, nur noch einmal die Klavierpacker, die das gute Stück an seinen Bestimmungsort transportieren müssen. Im Kommenden also wieder Ungestörtheit, keine Beunruhigungen, aber so ganz wird das nicht gelingen. Dass Japan weit weg ist, will mich nicht beruhigen, weil Schwerin eben doch nicht auf dem Mars liegt, und alles was der Erde geschieht, auch mir geschieht, Flüsse fließen am KKW dort entlang und diese fließen ins Meer und … Es kratzt und nagt an der eigenen Grundsicherheit, ich frage mich, ob es überhaupt noch legitim sein kann, am eigenen Glück so festhalten zu wollen, wie ich es bisher getan habe und komme zu dem Schluss, dass es nicht meine Bestimmung ist, mich einzumischen, sondern zu beobachten und wahrzunehmen und trotzdem bei sich zu bleiben.